Das Finale der Bezirksliga Nord der Turnerinnen in Dillenburg war an Spannung kaum zu überbieten. Die KTV Fulda I hatte ihr Ticket bereits gelöst. Um den zweiten Relegationsplatz konnten noch GSV Eintracht Baunatal, TV Hersfeld und MT Melsungen I ein Wort mitreden.
Auch im dritten Wettkampf der Saison konnte die erste Mannschaft der MT nicht in Bestbesetzung antreten. Aber die Melsungerinnen turnten von Beginn an einen souveränen Wettkampf. Startgerät war diesmal der Stufenbarren. Finja Saul, Luna Grösch und Nele Schmoll sowie Naila Thomsen, der zweite Neuzugang aus Niedersachsen, überzeugten mit 33,65 Punkten. An dieser Leistung bissen sich die anderen Mannschaften im weiteren Verlauf die Zähne aus.
Am Schwebebalken traten die Bartenwetzerinnen in derselben Besetzung an. Die Summe der Schwierigkeiten war höher als im Mai, das Gerätergebnis (34,10 Punkte) ebenfalls, obwohl man in Kauf nehmen musste, dass Übungen mit Sturz in die Wertung kamen. Als lediglich fünfbeste Mannschaft am Gerät gingen hier wertvolle Gerätepunkte verloren.
Patricia Klagholz, Nele, Luna und Naila brannten am Boden ein Feuerwerk an präzise geturnten Übungen ab. Lunas Endnote (13,30 Punkte) überraschte zwar, doch in Summe kamen 41,40 Punkte ins Ergebnis. Fast ohne Pause ging es zum Sprung. Finja, Luna und Nele legten mit sauberen Versuchen vor. Nele beeindruckte einmal mehr mit der höchsten E-Note des Tages (9,50 Punkte). Anschließend machte Naila mit einem gebückten Tsukahara und der Tageshöchstnote am Gerät den Sack zu. Mit weiteren 40,15 Punkten stand das Endergebnis von 149,30 Punkten fest.
Aufgrund des Wettkampfmodus, die Bezirksligen Nord und Mitte turnten parallel, gab es keine gemeinsamen Riegenwechsel. Die MT I war eine Stunde früher fertig als die anderen drei Mannschaften, die ums Saisonpodium kämpften. Der TV Hersfeld hatte erst den halben Wettkampf absolviert, Fulda I und Baunatal mussten noch an den Boden. Mit jeder Wertung kamen diese näher, aber am Ende konnte keine andere Mannschaft die Leistung der MT I übertreffen.
In der Tageswertung lag Melsungen dann vor Hersfeld, Baunatal und Fulda I. Diese Konstellation führte zu einer der knappsten Abschlusstabellen in einer Staffel der Hessischen Turnliga der vergangenen Jahre. KTV Fulda I blieb mit 42:6 Tabellenpunkten sicher vorn. Die anderen drei Mannschaften hatten jeweils 38:10 Punkte auf der Haben-Seite. Die MT Melsungen I (145:47) erreichte trotz der schlechtesten Ausgangsposition mit einem Gerätepunkt mehr als der TV Hersfeld (144:48) die Silbermedaille und die Qualifikation zur Relegation im November.
Während der Fokus auf dem Kampf um die Relegation lag, absolvierte die MT Melsungen II einen engagierten Wettkampf. Mit den Melsungerinnen Isabell Jegel, Ayse Boztepe, Serenity Fromm, Juno Anna Weinrich sowie den Alsfelderinnen Hannah Nitzsche und Lotta Kolb sollte der bisher 8. Rang gefestigt oder verbessert werden. Sie kamen am Boden mit 31,60 Punkten gut in den Wettkampf und konnten auch im weiteren Verlauf gut punkten. Unterm Strich wurde es dann zum dritten Mal ein 8. Platz (119,45 Punkte) hinter dem TSV Cappel und vor der TSG Sandershausen. Damit stand fest, dass auch in der Abschlusstabelle Rang 8 herausspringen würde (6:42 Punkte).
In der Einzelwertung platzierten sich vier Turnerinnen in den Top Ten: Naila (3./50,75 Punkte), Nele (4./49,80 Punkte), Luna (5./48,70 Punkte) und Juno (10./42,45 Punkte). Naila platzierte sich dreimal in der Tagesbestenliste (Sprung 1./13,65 Punkte, Stufenbarren 1./12,10 Punkte, Boden 2./14,60 Punkte) und Nele einmal (Sprung 3./13,40 Punkte).
Für die MT II geht die Ligasaison damit zu Ende. Neben dem SC Neukirchen wurde in der Vorbereitung noch der TV Alsfeld mit in die Kooperation aufgenommen. Das hat sich als Glücksgriff erwiesen, konnten doch die Alsfelderinnen in allen Wettkämpfen Lücken auffüllen, wo am Gerät sonst nur drei Turnerinnen zur Verfügung gestanden hätten. Die erste Mannschaft muss noch nachsitzen, und das tut sie sicherlich gerne. Die Relegation wird nach Code de Pointage geturnt, den internationalen Wertungsvorschriften, statt bisher nach LK1. Das bedeutet spannende vier Monate Vorbereitungszeit für die Turnerinnen und das Trainerteam.
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